Rhonetal
Die Wiederentdeckung der Weine aus dem Rhonetal
Aufgrund seiner besonderen Lage war das Rhônetal immer schon eine besonders wichtige Verbindungsachse zwischen dem Mittelmeerraum und Nord- und Westeuropa. Bereits in der Antike drangen die Griechen bis ins Zentrum von Gallien vor und unterhielten Handelsbeziehungen mit den Bewohnern. Die Römer setzten dann 125 v.Chr. die Tradition des Weinbaus und der Weinherstellung fort. Schon im ersten Jahrhundert n. Chr. beginnt ein Wettbewerb zwischen dem Weinanbau in Italien und jenem des gallischen Rhônegebiets. Der Bau der galloromanischen „Villa du Molard“ in Donzère und die Herstellung von Amphoren in diesem Gebiet fallen in diese Epoche. Die an Ort und Stelle hergestellten Amphoren dienten dem Transport von Weinen und Fischsaucen. Archäologische Funde, die mit einer bereits vor langer Zeit durchgeführten Studie in Zusammenhang gebracht wurden, haben bewiesen, dass Wein im Rhônetal bereits früher als in vielen anderen französischen Weinbaugebieten angebaut wurde.
Das Zusammenspiel von Klima, Böden und Rebsorten ist verantwortlich für den typischen Charakter der Côtes du Rhône-Weine. Aber mehr noch als die geographische Einheit hat sicherlich der Einfluss des Menschen die „Appellation“ geprägt und ihr eine echte Persönlichkeit verliehen.
Das mediterrane Klima wird vom kräftigen Mistral-Wind geprägt, der für die Entwicklung der Weinreben notwendig ist und sie begünstigt; er entsteht durch unterschiedliche atmosphärische Druckverhältnisse zwischen den nördlichen und den südlichen Regionen. Auch ausgeprägte Regenzeiten, Wärme und außergewöhnlich viel Sonne sind für das Klima dieser Region charakteristisch.
Der Boden ist durch Einwirkung von Vegetation und Klima im Laufe der Jahrtausende entstanden. Die starke Persönlichkeit der Rhône hat das gesamte Sedimentbecken entscheidend geprägt, Landschaftsformen und Ablagerungen gebildet, so dass zwischen Vienne und Avignon und von den Cevennen bis zu den Alpenausläufern wertvolle und abwechslungsreiche Böden entstanden sind.
Die weissen Rebsorten des Rhônetals stammen – wie die roten – aus unterschiedlichen Ursprungsgebieten. Clairette und Bourboulenc kommen aus den mediterranen Regionen Südfrankreichs und sind besonders im Süden verbreitet. Marsanne, Roussanne und Viognier gehen vermutlich auf wild wachsende Reben aus der Dauphiné zurück und prägen vor allem den Norden der Rhône. Ergänzt werden sie durch Grenache Blanc, die wie Grenache aus Spanien nach Frankreich gelangte.
